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Zahlen, Daten, Fakten

Wie es um die "digitale Fitness" in Österreich bestellt ist, wurde 2022 mit dem Digital Skills Barometer ermittelt.

Beim Digital Skills Barometer handelt es sich um die erste repräsentative Erhebung, mit der digitale Kompetenzen in Österreich basierend auf dem Kompetenzmodell DigComp 2.2 AT mit Selbsteinschätzungs- und Wissensfragen erfasst wurden.

Durchgeführt wurde die Erhebung in den Monaten April und Mai 2022 mit einer nach Geschlecht, Alter und Bundesland geschichteten Stichprobe mit knapp 4.000 in Österreich lebenden Personen. 

Das Ergebnis des Digital Skills Barometer ist ein detailliertes Lagebild über den Digitalisierungsgrad der österreichischen Bevölkerung und bildet die Basis für die nächsten Schritte zum Kompetenzaufbau.

Highlights der Studie

Digitale Fitness wird falsch eingeschätzt. Die Ergebnisse zeigen, dass Selbsteinschätzungsfragen oder Fragen nach Nutzungsgewohnheiten nicht ausreichen, um die tatsächlichen digitalen Kompetenzen der Österreicherinnen und Österreicher zu ermitteln. In der Regel wird die eigene digitale Fitness überschätzt.

Übung ist Voraussetzung für digitale Leistungsfähigkeit. Wie im Sport reicht es auch in der digitalen Welt nicht aus, sich nur wenige Male mit digitalen Entwicklungen und Anwendungen zu beschäftigen. Um eine solide Kondition aufzubauen und fit zu bleiben, braucht es laufende Praxis!

Ein hoher Bildungsabschluss macht digital fit. Formale Bildung korreliert mit digitaler Kompetenz. Je höher der formale Bildungsabschluss, desto höher ist im Durchschnitt auch die digitale Fitness und desto realistischer die Selbsteinschätzung der eigenen digitalen Kompetenzen. Formal höher gebildete Personen erkennen ihre Wissenslücken leichter und bilden sich häufiger zu digitalen Themen weiter.

Der Gender-Gap benötigt Aufmerksamkeit. Frauen schätzen nicht nur ihre digitalen Kompetenzen geringer ein als Männer, sondern sie erzielen im Vergleich zu Männern auch einen geringeren Fitnessgrad. Zugleich ist die Home-Office-Ausstattung durch Arbeitgeber für Frauen schlechter als für Männer. Viele spricht dafür, die digitale Kompetenz von Frauen durch Bewusstseinsbildung, Konditionstraining und Ausstattung zu fördern.

Österreicherinnen und Österreicher lernen informell. Digitale Kompetenzen zählen gemäß der Europäischen Kommission zu den acht Schlüsselkompetenzen für „Lebenslanges Lernen“, aber gerade einmal 10,4% der Bevölkerung zwischen 15 und 74 Jahren nehmen im Jahresdurchschnitt an entsprechenden Kursen oder Schulungen teil. Die Lernrealitäten für die digitale Welt gestalten sich eher informell: Der Aufbau der digitalen Skills findet zu knapp 70% über individuelles Ausprobieren oder Internet-Plattformen und -Foren statt.

Kompetenzstand im Überblick

Zwischen den Bundesländern lässt sich kein signifikanter Wissensunterschied feststellen. Die österreichische Wohnbevölkerung erreichte bei den Wissensfragen im Durchschnitt zwischen 40,8% und 43,3%.

Im Bereich Grundlagen und Zugang sowie Sicherheit sind die Wissenslücken am größten. Über die Hälfte der Befragten befindet sich lediglich auf Kompetenzstufe 1, d.h. sie erreicht knapp 20% von 100% bei der Wissensüberprüfung. Personen auf diesem Niveau verfügen über ein rudimentäres Themenverständnis und können einfache Aufgaben unter Anleitung, jedoch noch nicht selbständig ausführen.

Ein Fünftel der Befragten erreicht immerhin bis zu 40% (Kompetenzstufe 2). Diese Personen können einfache Aufgaben bereits selbstständig durchführen, benötigen mitunter aber noch Unterstützung. Im Bereich Problemlösen und Weiterlernen erreichen rund ein Viertel der Befragten Kompetenzstufe 4 oder höher. Sie haben eine vertiefte Expertise und können ihr Wissen an andere weitergeben.

Partner von fit4internet in diesem Projekt sind:

Accenture, Bundesministerium für Finanzen, ETC, Industriellenvereinigung Österreich, Wirtschaftskammer Österreich