Europäischer Referenzrahmen für digitale Kompetenzen (DigComp Framework) als Grundlage für das österreichische Kompetenzmodell 2.2 AT

Der europäische Referenzrahmen DigComp ist ein Referenzsystem zur Einschätzung und Verbesserung der Transparenz von digitalen Kompetenzen. Der DigComp-Raster dient so der Einordnung und Vergleichbarkeit der digitalen Kompetenzen und bildet eine Grundlage für lebenslanges Lernen, gesellschaftliche Inklusion und Beschäftigung in einer digitalisierten Gesellschaft.

Viele digitale Kompetenzinitiativen nutzen DigComp als Referenzsystem und schaffen somit Vergleichbarkeit auch über Ländergrenzen hinweg. Es kann damit eine Verständigungsgrundlage über entsprechende Kenntnisse und Fähigkeiten in einer digitalen Lebens-, Lern- und Arbeitswelt geschaffen werden.

Digitales Kompetenzmodell für Österreich – DigComp 2.2 AT

Das digitale Kompetenzmodell (DigComp 2.2 AT) ist die österreichische Version des europäischen Referenzrahmens für digitale Kompetenzen (DigComp 2.1.). Es umreißt das Feld der digitalen Kompetenzen von Bürgerinnen und Bürgern auf möglichst allgemeine und umfassende Weise. Im Vergleich zum europäischen Referenzmodell in englischer Sprache wurde das für Österreich adaptierte Modell ins Deutsche übertragen sowie geringfügig, allerdings an relevanten Stellen, erweitert.

Das digitale Kompetenzmodell DigComp 2.2 AT ist mehrschichtig. Zum einen gliedert es das Feld der digitalen Kompetenzen in sechs Bereiche und beschreibt diese näher in insgesamt fünfundzwanzig einzelnen Kompetenzen. Um die Vergleichbarkeit mit dem europäischen Modell zu wahren, erhielt der dem österreichischen Modell neu vorangestellte Kompetenzbereich „Grundlagen und Zugang“ die Ordnungsnummer 0.

0. Grundlagen und Zugang (DigComp 2.2 AT)

0.1.Konzepte der Digitalisierung verstehen
0.2.Digitale Geräte bedienen
0.3.Inklusive Formen des Zugangs zu digitalen Inhalten nutzen und bereitstellen

1. Umgang mit Informationen und Daten

1.1. Daten, Informationen und digitale Inhalte recherchieren, suchen und filtern
1.2. Daten, Informationen und digitale Inhalte kritisch bewerten und interpretieren
1.3. Daten, Informationen und digitale Inhalte verwalten

2. Kommunikation und Zusammenarbeit

2.1. Mithilfe digitaler Technologien kommunizieren
2.2. Mithilfe digitaler Technologien Daten und Informationen teilen und zusammenarbeiten (DigComp 2.2 AT)
2.3. Digitale Technologien für die gesellschaftliche Teilhabe verwenden
2.4. Ein- und Verkäufe durchführen (DigComp 2.2 AT)
2.5. Angemessene Ausdrucksformen verwenden
2.6. Die digitale Identität gestalten

3. Kreation digitaler Inhalte

3.1. Digitale Inhalte entwickeln
3.2. Digitale Inhalte integrieren und neu erarbeiten
3.3. Werknutzungsrecht und Lizenzen
3.4. Programmieren und Abläufe automatisieren

4. Sicherheit

4.1. Geräte schützen
4.2. Personenbezogene Daten und Privatsphäre schützen
4.3. Gesundheit und Wohlbefinden schützen
4.4. Sich vor Betrug und Konsumentenrechtsmissbrauch schützen (DigComp 2.2 AT)
4.5. Umwelt schützen

5. Problemlösen und Weiterlernen („Weiterlernen“ – DigComp 2.2 AT)

5.1. Technische Probleme lösen
5.2. Bedürfnisse und technologische Antworten darauf erkennen
5.3. Kreativ mit digitalen Technologien umgehen
5.4. Digitale Kompetenzlücken erkennen

Zum anderen beschreibt das Modell die Entwicklung und Ausprägung dieser Kompetenzen jeweils auf insgesamt acht Stufen (Grundlegend: Stufe 1 und 2; Selbstständig: Stufe 3 und 4; Fortgeschritten: Stufe 5 und 6; Hoch spezialisiert: Stufe 7 und 8).

Referenzrahmen oder Frameworks sind Modelle der Wirklichkeit, die für Zukünftiges entwicklungsoffen sein müssen; denn sowohl digitale Technologien als auch deren gesellschaftlicher Kontext entwickeln sich sehr dynamisch weiter.

Weiterentwicklung des Kompetenzmodells – die DigComp Taskforce

Das Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) richtet mit einer interdisziplinären österreichischen Taskforce ein Beratungsorgan für digitale Kompetenzen ein, dessen Empfehlungen allen Stakeholdern in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft öffentlich zur Verfügung stehen. Mit der Einrichtung und dem Vorsitz wird der Verein fit4internet betraut; die ständigen Mitglieder aus den Bereichen Erwachsenenbildung, Wissenschaft und Forschung sowie Wirtschaft werden vom BMDW auf Vorschlag vom Generalsekretariat von fit4internet eingeladen und arbeiten unentgeltlich. Insgesamt leitende Kriterien für die Besetzung der Taskforce sind fachliche Expertise, Interdisziplinarität, Unabhängigkeit und Überparteilichkeit.

Ziele der laufenden Tätigkeiten, Aktivitäten und Projekte der Taskforce sind:

  • Akzeptanz: Das DigComp.at-Referenzmodell soll eine möglichst breit akzeptierte und auch möglichst kohärent verstandene und interpretierte Arbeitsgrundlage in Österreich zur Entwicklung und Verbesserung digitaler Kompetenzen aller Bürgerinnen und Bürger werden und bleiben.
  • Aktualisierung: Das DigComp.at-Referenzmodell und seine davon abgeleiteten Anwendungsszenarien sollen durch die Arbeit der Taskforce laufend aktualisiert, ggf. erweitert und so mit der Dynamik der Digitalisierung und ihren Chancen und Herausforderungen Schritt halten können.
  • Vernetzung: Initiativen, Maßnahmen, gute Praxis und neue Ideen sollen durch die Taskforce und ihre Mitglieder kontinuierlich möglichst breit und intensiv ausgetauscht und vernetzt werden.
  • Qualitätssicherung: Die Mitglieder der Taskforce sichern durch ihre Mitarbeit in konkreten Projekten (Förderprogramme; Forschungsprojekte; Arbeitsgruppen; Referenzierungs-, Evaluations- und Zertifizierungsmaßnahmen etc.) die Qualität und Kohärenz dieser Maßnahmen.

Publikation - Das Digitale Kompetenzmodell für Österreich – DigComp 2.2 AT

Design Muster, netzartige Struktur, Netzwerk, Internet
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